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Fond

Solltest Du hoffen, dass ich endlich mal wieder ein paar Rezepte aus meiner Küche verblogge, muss ich Dich leider enttäuschen (obwohl ich dieses Wochenende tatsächlich einen sehr schmackhaften Wildfond aus den Resten eines Hasen-Schmortopfes gekocht habe). Dieser Blogbeitrag ist nicht über das Kochen, sondern behandelt, wie schon letzten der Beitrag über meine Spenden das Thema Geld. Ich möchte heute über einen Geldfond schreiben, in den ich seit letzter Woche angefangen habe, Geld zu investieren.

Geldfond? Ist das interessant?
Das ich mal über so ein Thema wie Geldfonds schreibe, hätte ich auch nicht gedacht, habe ich mich bisher doch nie für solchen Finanzkram interessiert. Wenn nicht gerade Name wie die Telekom, Facebook oder Borussia Dortmund an die Börse gingen, waren mir Kurse, Depots und Dividenden total fern – und sind es ehrlich gesagt auch heute noch. Da ich aber in einem Betrieb arbeite, wo die Geschäftsführung nicht erst einen Betriebsrat oder eine Gewerkschaft benötigt, um festzustellen, dass man seine Angestellten durch Lohnerhöhungen oberhalb der Inflation am Geschäftserfolg beteiligen kann, kam ich in die glückliche Lage, Geld „übrig“ zu haben. Einen Zustand, den ich ohne YNAB übrigens auch nie erreicht hätte, aber dazu hoffentlich bald mehr.

Natürlich hätte ich mir von dem Geld auch etwas Greifbareres leisten können, wie etwa (noch) schnelleres Internet. Oder ich hätte mit dem Geld einen meiner Sparpläne für die nächsten Anschaffungen aufstocken können. Aus einem Bauchgefühl heraus fasste ich aber den Entschluss, das Geld einfach mal „irgendwo anzulegen“. Da ich mein Gehalt monatlich bekomme, musste es natürlich eine Anlage sein, in die ich monatlich einzahlen kann. Daneben möchte ich ungern mit meinem Geld Konzerne unterstützen, deren Geschäftspolitik mir zuwider ist. Und zu guter letzt mag ich mir nicht die Zeit nehmen, ständig Kurse im Blick haben zu müssen.

Ein nachhaltiger Aktienfond
Meine Anlage fand ich bei meiner Hausbank, der GLS Bank. Ich habe ja trotz der wirklich schlechten Entscheidungen, die in den letzten Jahren von manchen Banken getroffen wurden, immer noch ein sehr großes Vertrauen zu Bankfachmännern und -frauen, weshalb ich die GLS Bank einfach mal dazu anschrieb und um ein Beratungsgespräch bat. In einem einstündigem Telefonat (was mir gar nicht solange vorkam) wurden mir wunderbar verständlich alle möglichen Anlagemöglichkeiten erklärt, was zur Folge hatte, dass ich mehr über den GLS Aktienfond wissen wollte. Zuvor wurde von dem freundlichem Herrn der GLS Bank allerdings meine finanzielle Lebenssituation abgefragt, um zu beurteilen, ob ich mich mit dieser Ausgabe nicht völlig übernehme. Ich gab dabei bereitwillig Auskunft, hätte aber jederzeit sagen können, dass ich bestimmte Informationen nicht preis geben mag. Als Ergebnis lagen zwei Tage später ein paar Formulare in der Post, die von mir mit Unterschrift versehen wieder auf die Rückreise geschickt wurden.

Ich kaufe nun monatlich für einen Fixbetrag Anteile am GLS Aktienfond. Ein Fond ist auszusagen eine Mischung aus verschiedenen Aktien verschiedener Unternehmen und Länder. In so fern ist der Geldfond tatsächlich gar nicht so weit weg vom Suppenfond, werden doch auch hier verschiedene Teile zu einem Ganzen zusammengefügt, im bestem Glauben, dass aus der Summe etwas Schmackhafteres wird als aus den Einzelteilen.
Der GLS Aktienfond investiert dabei ausschließlich in Unternehmen, die dem Nachhaltigkeitsverständnis der Bank entsprechen. Das können z.B. Hersteller für Baustoffe für die energetische Sanierung von Gebäuden sein, Produzenten von Fahrrädern oder Pharmabetriebe die Genereika für Dritt-Welt-Länder entwickeln. Konzerne wie Nestle oder Shell werden höchstwahrscheinlich nicht so schnell zum Portfolio gehören. Die GLS Bank berichtet übrigens sehr transparent und schön aufbereitet über alle Entscheidungen um den Fond auf ihrer Webseite.

Zwo, eins, Risiko!
Der Fond läuft unter der Risikoklasse „spekulativ“, was der 4. Stufe von 5 entspricht. Das bedeutet, dass man durchaus mit Verlusten rechnen muss, die Gewinnchancen aber ebenfalls höher sind. Ich habe mich schlicht aus einem Bauchgefühl dafür entschieden, dieses Risiko einzugehen. Wenn ich mich daran mache, selbst einen Suppenfond herzustellen, dass soll am Ende auch einer herauskommen, der deutlich besser schmeckt, als wenn ich gekörnte Brühe mit heißem Wasser aufgekocht hätte. Vom Suppe kochen weiß ich, dass Zeit der beste Freund ist, den man einem Fond an die Seite stellen kann. Deshalb will ich dem Fond auch gerne seine Zeit geben.

Was mir jetzt noch fehlt, ist die Möglichkeit, mein Depot über mein iPhone zu verfolgen. Zwar habe ich den Fond bereits in die iOS Aktien-App eingetragen, aber die Abfrage beträgt aktuell immer +/-0,00%. Und auch in meiner Banking-App brauche ich noch eine Möglichkeit, das Depot zu hinterlegen. Sobald das geschafft ist, bin ich gespannt zu beobachten, wie sich mein Geld entwickelt.

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