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Ich glotz‘ (nicht mehr) TV

Am Samstag Abend sah ich mir im Fernsehen das DFB-Pokalfinale zwischen Bayern München und Borussia Dortmund an. Es war ein spannendes und gutes Finale zweier Mannschaften, die zeigenden, warum sie zurecht gerade die wohl besten deutschen Fußballmannschaften sind. Über das Ergebnis hülle ich den Mantel des Schweigens, denn eigentlich möchte ich berichten, dass es in diesem Jahr erst das dritte Mal der Fall war, dass mein Fernseher ein aktuell laufendes Fernsehprogramm wiedergab (davor zeigte er mir das erste Halbfinale des Eurovision Song Contest und irgendein Spiel von Borussia Dortmund habe ich wohl auch noch gesehen).

Kabelanschluss

Vom Fernsehen ins Bett gebracht
Ich finde das bemerkenswert, wie sich mein Konsumverhalten von Filmen, Serien und Nachrichten doch so verändert hat, dass mein Leben für das Medium Fernsehen nicht mehr passt – zumindest in der Form, dass es bestimmt, wann ich mich davor zu setzen und einzuschalten habe. Es gab Zeiten, wo ich nach Hause kam und der Fernseher wurde automatisch eingeschaltet und lief einfach so nebenher. Es gab Tage, an denen ich meinen Alltag danach angepasst habe, dass ich rechtzeitig auf dem Sofa war. Als ich noch ein TV-Gerät im Schlafzimmer hatte, bin ich absichtlich mit Sleep-Timer davor eingeschlafen. Ich war schon ein kleiner TV-Junkie.

Stream, Stream, Stream
Heute gibt es Dinge, die mir im Schlafzimmer deutlich mehr Spaß machen. Ebenso gibt es auch heute noch Serien und Sendungen, die ich regelmäßig verfolge. Aber eben nicht zu der Zeit, wo ein Programmplaner meint, diese im TV zeigen zu wollen, sondern wo ich die Zeit dafür habe. Die heute-show beispielsweise gucken mein Freund und ich immer beim Wochenendfrühstück – übrigens nicht in der Mediathek sondern auf YouTube, weil es dort einfach schneller geht. Das zweite Halbfinale des ESC habe ich in einem Internet-Stream auf der Eurovision Webseite geschaut, weil die Bildqualität deutlich besser war als in den übertragenden TV-Kanälen, die ich nicht in HD empfangen konnte. Die klassische Star Trek Serie läuft über Amazon Instant Video auf meinem iPad während ich dabei bin, das Abendessen zu kochen oder Hausarbeiten zu machen. Filme schaue ich mit meinem Freund entweder über die watchever App auf meinem Fernseher oder über mein iPhone, das bei iTunes geliehene Filme per HDMI-Adapter auf den Fernseher wirft.

Diesen Wandel meines Konsums habe ich schon vor längerer Zeit bemerkt und beobachtet und mittlerweile bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass ich keinen festen Fernsehanschluss mehr benötige, sondern meinen Bedarf vermutlich rein über das Internet befriedigen kann. Daher habe ich meinen Vertrag bei Unitymedia zum Juli hin auf einen reinen Internet-Vertrag umgestellt, dabei fällt neben den Kosten für den Kabelanschluss und das Digital-Programm und mein Festnetzanschluss weg. Denn seit meine Eltern ein iPad besitzen und das Prinzip FaceTime begriffen haben, ist auch mein Haustelefon nahezu arbeitslos. Fast 35 EUR im Monat für zwei kaum genutzte Anschlüsse zu bezahlen erspare ich mir mit Freude.

Der konkrete Umstelltermin ist der 17.7.2014 – also nach der Fußball WM. Die werde ich zwar hier dann schon über das Netz verfolgen, aber ein Backup ist ja nicht verkehrt.

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1 Comment

  1. Alex Kahl 22. Mai 2014

    Das kann ich sowas von unterschreiben!

    Schön zu sehen, dass es auch andere erwischt hat 😉 Hier habe ich meine Erfahrungen zum TV-Verzicht aufgeschrieben:

    http://daslebenistmeinponyhof.digital-dictators.de/2013/12/03/mull-vermeiden-tip-1-fernseher-rausschmeisen/

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