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Zwei Räder, zwei Sättel, drei Sterne

Im letzten Sommer habe ich zusammen mit meinem Freund ein verlängertes Wochenende in Berlin verbracht. Schon vor dem Urlaub kam mir die Idee, einen Fahrradausflug zu machen und einen der vielen Berliner Badeseen zu besuchen. Nach kurzer Recherche im Netz haben wir uns für die Krumme Lanke im Südwesten Berlins entschieden.

Irgendwie kam es nun dazu, dass wir uns statt zweier Fahrräder ein Tandem ausgeliehen haben. Keiner von uns beiden hatte bisher das Vergnügen gehabt, Tandem zu fahren, und sicherlich muss man erwähnen, dass es nicht gerade ratsam sein kann, die erste Tandemfahrt seines Lebens inmitten einer 3-Millionen-Metropole zu beginnen. Wir haben uns davon aber nicht beeindrucken lassen und es nicht bereut – ganz im Gegenteil. Es wurde ein herrlicher Ausflug, während mein Freund uns via iPhone und Google Maps durch Berlin navigierte, sorgte ich für die sichere Fahrt durch den Berliner Verkehrsdschungel.

Nachdem wir das Tandem wieder beim Verleih abgegeben hatten, entstand der Plan, uns selbst ein Tandem zu kaufen. Ein gebrauchtes Rad sollte es sein, ausreichend für kurze Fahrten innerhalb Bielefelds zum Freibad, ins Kino oder zum gemeinsamen Abend mit Freunden. 300 EUR setzen wir uns als Obergrenze. Die folgenden Wochen schaute ich immer wieder bei diversen Kleinanzeigenportalen im Netz, ohne aber wirklich etwas zu finden. Als dann der Sommer vorbei ging, verschwand auch die Idee aus unserem Fokus.

Dreistern Logo

Mit Beginn des Frühjahrs aber schaute ich wieder vermehrt nacht „unserem“ Tandem. Am vergangenen Gründonnerstag haben wir nun zuschlagen können und in Bielefeld Senne bei einem kleinen, verstecken Fahrradschrauber ein ziemlich besonderes Tandem, Modell „Auto Star“, erstanden. Es hat kleine 20“ Reifen, einen roten, kantigen Stahlrahmen mit Klappmechanismus und einen vorderen Lenker, der etwas an Bonanzaräder erinnert. Als Marke steht auf dem Rad ein Bielefelder Unternehmen: Dreistern. Ich habe leider nicht viel über darüber im Netz gefunden, abgesehen davon, dass ein Herr Schulte das Unternehmen 1949 in Brackwede gegründet und 1954 nach Heepen umgesiedelt hat. Neben Kinderrädern, Fahrradrahmen und Motorrädern produzierte sie anscheinend auch die Fahrräder der Bundespost. 1973 wurde das Unternhemen geschlossen, aber anschließend entstanden noch weitere Räder unter dem Namen Dreistern, gefertigt von ehemaligen Mitarbeitern der Firma.

Dreistern Autostar Tandem

Wie alt unser Schätzchen ist, haben wir leider verpasst zu fragen. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass es älter sein soll als ich, dafür ist es meines Erachtens viel zu gut erhalten. Mit seinen drei Gängen hat es uns am Osterwochenende schon mal ganz hervorragend insgesamt 30 Kilometer durch Bielefeld und Umgebung geführt, die Rücktrittbremse funktionierte dabei ebenso tadellos wie die Beleuchtung. Ganz nebenbei hat es dabei viele Blicke auf uns gezogen, ein paar Mitmenschen haben uns sogar spontan auf das Rad angesprochen. Dank des Klappmechanismus passt es ohne Probleme in meinem Keller, wo es neben meinem flyer i:SY sich sehr gut macht.

Ich freue mich nun noch ein Stück mehr auf den Sommer.

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