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Ein halber Hermann

Heute habe ich meinen fünften Hermannslauf geschafft – und es war der beste Lauf, den ich bisher hinbekommen habe. Nicht, was die Zeit von 3:26:03 angeht, da war ich schon zweimal besser, sondern was das Gefühl angeht. Zeiten haben mich noch nie sonderlich interessiert, Lauf-Erlebnisse wie heute sind mein Ziel: Keine Qual-Kilometer, keine körperlichen Probleme, keine Gedanken-Spiele, ob man es nicht einfach sein lassen sollte. Einfach loslaufen, die bekannte Strecke abspulen, zwischendurch tolle Menschen treffen und einen schönen Zieleinlauf haben. So muss Hermann. Ich hätte nicht gedacht, dass es mir so nach meinem ersten Regen-Hermann geht.

Hermmanslauf.2014

Das lag sicherlich an drei Dingen:

Erfahrung
Ich weiß mittlerweile, wann die schweren Aufstiege kommen, wann Phasen sind, wo man sich gut erholen kann und wann ich das Schlimmste hinter mir habe. Der heutige Hermann flog nur so an mir vorbei, auf einmal war ich schon auf der Panzerbrücke, dann auf dem Tönsberg, dann in Oerlinghausen. Mein persönliches Mordor, das Schöpketal, war heute nur ein naßer Schatten seiner Selbst und versuchte mich nicht in die Knie zu zwingen. Rauf die Treppen, rauf den Anton und ab da ist es eh nur noch Vorfreude auf die Promenade.

Auf den Körper hören
Über 172km Vorbereitungstraining lachen die meisten, über 16,8km als längste Strecke im Jahr noch mehr. Mit drei Wochen Zwangspause im März und einer handfesten Migräne am Vorabend des Laufens geht man nicht wirklich körperlich gewappnet in so einen Lauf. Sollte man vielleicht auch nicht, aber die Jahre davor habe ich ehrlich gesagt noch weniger trainiert. Aber ich habe auf meinen Körper gehört, vor allem auf meinen Puls. Diesen habe ich niemals über 172bpm gehen lassen, ihn zur Not mit schnellem Gehen und ruhiger Atmung herunter geholt. Mein Körper hat es mir gedankt und mich dank meiner Grundfitness durch gute Ernährung und tägliche Bewegung ohne Murren ins Ziel getragen.

Ablenkung
Ich habe zum ersten Mal Hörspiel statt Musik während des Laufens über meine Kopfhörer gehört. Die drei Fragezeichen haben mich den Hermann mit den Folgen 15, 16, 17, 18, und 19 (zur Hälfte) begleitet. Das war echt gut, weil es sicherlich auch dazu beigetragen hat, dass die Kilometer fast unbemerkt an mir vorbeigingen.

Mit 10 Hermannsläufen darf man sich Hermann nennen,so heißt es zumindest. Ein halber Hermann bin ich heute geworden, die nächsten fünf werde ich mit der selben Taktik angehen…

…höchstens mit etwas mehr Training.

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1 Comment

  1. Hannelore 27. April 2014

    Schön geschrieben… Rü Ft zum nachahmen auf… Aber ich nicht mehr… Gutmachen

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